2017 Bürgerschaftspreis

Winfried Schön engagiert sich im Mackenzeller Vereinsleben und als Archivar

Vorgeschlagen für den Bürgerschaftspreis 2017

Unser Winfried Schön war in der gestrigen Ausgabe der Fuldaer Zeitung, er wurde für den Bürgerschaftspreis 2017 vorgeschlagen. Für diejenigen, die keine Tageszeitung abonniert haben, stellen wir den Artikel mit Einverständnis der Fuldaer Zeitung hier zur Verfügung:
(eingestellt von Heike Hohmann)

Bei sämtlichen Veranstaltungen in Mackenzell ist Winfried Schön (75) dabei: mit seiner Frau Laurentia – „seiner rechten Hand“, wie er die 71-Jährige nennt – und immer ausgerüstet mit einer Kamera.

Der dreifache Familienvater und fünffache Opa besitzt mehr als 80 000 Fotos und 1500 Stunden Videomaterial. Der überwiegende Teil davon zeigt sein Heimatdorf. Damit ist der Rentner sozusagen das Gedächtnis des Hünfelder Ortsteils.

„Die Gottesdienstordnung ist der Renner: 13 000 Visits“, sagt Schön, während er sich durch ein Programm auf seinem Computer klickt. Dort wird ihm angezeigt, wie viele Personen die Homepage von Mackenzell angeschaut haben: Zahlen, die für den 75-Jährigen sehr interessant sind. Seit 2002 füttert er die Webseite mit Beiträgen zum Dorfgeschehen. Unterstützt wird er dabei von seinem Sohn Michael.

Bewandert blättert er durch die Seiten: von den Kirchenterminen über den Kalender zu den Vereinsnachrichten. Hiermit verbringt der Mackenzeller täglich um die zwei Stunden. An manchen Tagen sitzt er aber auch mal fünf oder sechs Stunden vor dem PC: Neben der Webseite führt der frühere Geschäftsführer der Holzverarbeitungsfirma Schön nämlich ein ganzes Archiv aus Bildern und Videos rund um sein Heimatdorf. Die meisten davon hat er selbst aufgenommen.

1966 fing er an, hobbymäßig zu filmen und zu fotografieren. „Interessiert hat mich das schon als kleiner Junge“, sagt er. Von da an dokumentierte der Rentner auch Feierlichkeiten der Stadt Hünfeld, zum Beispiel Stadtjubiläen und eine Kirchenrenovierung von 1981 – damals noch auf Schmalfilm. Die insgesamt mehr als 1500 Stunden Videomaterial hat Schön auf 980 DVDs übertragen und zusätzlich auf zwei externen Festplatten gesichert. Damit er weiß, wo er was findet, führt er eine Word-Liste.

Auch für die mehr als 80 000 Bilder auf seinem Computer hat Schön eine Liste angelegt. „Ich scanne ja erst seit sieben Jahren.“ In einem Programm mit Suchfunktion klickt er sich durch. Die gesammelten Fotos zeigen Personen, Landschaften oder Fahrzeuge. Manche sind fast 100 Jahre alt.

Dass nichts abhandenkommt, ist für Schön ein „ganz ganz ganz großes Bedürfnis“ – das auch von seinen Mitmenschen geschätzt wird. „Wenn wir ihn nicht hätten, wären große Teile unserer Geschichte verloren gegangen“, schreibt zum Beispiel Sabine Trapp vom Heimat- und Kulturverein Mackenzell, die den 75-Jährigen für den Bürgerschaftspreis vorgeschlagen hat.

Bei seiner Arbeit unterstützt wird er von seiner Frau Laurentia. „Sie ist meine rechte Hand“, stellt er fest. „Ohne sie könnte ich das nicht machen. Sie gibt mir die Zeit und hilft meistens mit.“

Schöns Leidenschaft für sein Heimatdorf spiegelt sich aber längst nicht nur in seinem persönlichen Archiv wider. Auch die Liste seiner Vereinstätigkeiten ist lang: Den Anfang machte er 1959 mit dem Beitritt zur Kolpingsfamilie Mackenzell, der der Rentner bis 2017 angehörte. Dabei organisierte er zum Beispiel ein Waldfest mit, „bei dem wir uns die allererste Mondlandung live auf dem Fernseher angeschaut haben“, erinnert sich der 75-Jährige.

Zudem war Schön von 1988 bis 2016 Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Hünfelder Kultur- und Museumsgesellschaft – und ihr offizieller Videofilmer. Er war sieben Jahre im Pfarrgemeinderat tätig, engagierte sich 15 Jahre lang als Verwaltungsmitglied der Kirchengemeinde und war 25 Jahre Lektor und Kommunionhelfer in der Pfarrkirche.

Von seiner Gründung im Jahr 1970 bis 2013 brachte er sich außerdem bei der Mackenzeller Karnevalsvereinigung ein und war hier vor allem für die Videos – aber auch neun Jahre lang für die Kasse – zuständig. Er agierte als Schulelternbeiratsvorsitzender der Grundschule Mackenzell, engagierte sich im Aufsichtsrat der VR-Bank und war vier Jahre als Schöffe am Amtsgericht Fulda tätig.

Bis heute ist Schön Mitglied der Hünfelder Krippenfreunde, der CDU und im Dorferneuerungs-Ausschuss und gehört obendrein der Feuerwehr und dem Partnerschaftsverein Hünfeld an. Sein „Hauptverein“ ist aber der Heimat- und Kulturverein Mackenzell, den Schön 1969 mitgründete. Lange Zeit war er erster Vorsitzender und damit für viele große Projekte mitverantwortlich.

Unter seiner Beteiligung brachte die Gruppe drei Bücher zur Historie des Ortes heraus. Das Dialektbuch „Weist’e noch, be’s e mo woar?“ hat er selbst auf Platt übersetzt.

Wenn sich der Mackenzeller nicht gerade für sein Dorf einsetzt, fährt er übrigens gerne Rad oder geht wandern. Und dann sind da ja noch seine fünf Enkel.

Quelle: Fuldaer Zeitung vom 04.05.2017
Text und Foto: Josephin Chilinski

-

Erläuterung zur Stimmenabgabe:

Liebe Leserinnen und Leser, Sie können aus den 20 Frauen und Männern, die wir in unserer Zeitung porträtieren, Ihren ganz persönlichen Favoriten wählen, von dem Sie sagen, „Wenn wir DICH nicht hätten…“.

Und das geht so:

Jeder darf nur eine Stimme abgeben. Sie müssen sich also für einen der vorgestellten Kandidaten entscheiden. Schreiben Sie Ihren Favoriten auf eine Karte oder in einen Brief und senden Sie uns den Namen per Post an:

Verlage Parzeller – Stichwort: Bürgerschaftspreis 2017

Frankfurter Str. 8, 36043 Fulda

Oder senden Sie ein Fax an (0661)28 02 79 – bitte ebenfalls das Stichwort angeben.

Außerdem wichtig: Wir benötigen auf jeden Fall Ihren Absender mit vollständiger Anschrift, um Mehrfachnennungen auszuschließen.

Für Vereine, Familien und andere gilt:

Wer Listen mit Namen (samt Adressen und Unterschriften) einreihen möchte, darf pro Liste maximal 20 Stimmen abgeben.

Oder per Internet:

www.fuldaerzeitung.de

-

Aus der Region Hünfeld nominiert:

Rita Fennel, Hünfeld

Arnold Will, Nüsttal-Silges

-