2019 Seniorenfahrt nach Hersfeld

Gemeindeausflug der Kirchengemeinde Mackenzell nach Bad Hersfeld am 24. September 2019

Nachdem in diesem Jahr in Bad Hersfeld ein ganz erfolgreicher Hessentag stattgefunden hat und viele von uns Bad Hersfeld von den Festspielen kennen und natürlich auch als Einkaufsstadt, lag es nahe, auch einmal die Geschichte von Bad Hersfeld kennenzulernen.

So machten sich 53 Seniorinnen und Senioren aus Mackenzell, Molzbach, Dammersbach und Nüst bei bestem Wetter auf den Weg, um die nahe Kreisstadt Bad Hersfeld einmal aus anderer Sicht und von anderem Blickwinkel zu erleben.

Das Fuldaer und Hersfelder Land haben in der Geschichte viele Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte. Dazu erzählten zwei kompetente Stadtführerinnen in 2 Gruppen viel Wissenswertes.

Ein Blick in die Geschichte:

Urkundlich beginnt die Geschichte im Jahre 736 nach Christus, als der Bonifatiusschüler Sturmius einige Holzhütten baute, um als Einsiedler in der Wildnis zu leben. Nur drei Jahrzehnte später begann Lullus, der später Nachfolger von Bonifatius als Erzbischof von Mainz wurde, mit dem Bau des Klosters Hersfeld und legte damit den Grundstein für die weitere Entwicklung der Stadt und eines kirchlichen Imperiums, der Reichsabtei Hersfeld, gefördert durch Karl den Großen.

Die Stadtführerinnen berichteten über die Machtkämpfe der beiden Mönche: zum einen Sturmius, der als Gründerabt des Klosters Fulda gilt und Lullus. Beide Mönche standen im ständigen Wettstreit um die Bedeutsamkeit und Größe der jeweiligen Siedlungen und auch dann nach dem gewaltsamen Tode von Bonifatius, wer die Grabstätte erhalten sollte. Lullus gab als der Klügere nach und ließ die Übersiedlung des Leichnams von Bonifatius nach Fulda zu.

Noch heute findet zum Andenken an Lullus das älteste Volksfest in Deutschland, das Lullusfest, statt. Nach den Ausführungen unserer Stadtführerinnen wird das Lullusfeuer aus Gründen des Brandschutzes Tag und Nacht bewacht und nicht, wie man so gerne sagt, dass das „Fierche“ nach Fulda kommt, wenn es ausgeht.

Hersfeld hat im Laufe der Jahrhunderte viele gute und schlechte Zeiten erlebt. So wandte man sich z.B. im 13. Jh. gegen die kirchliche Macht der Äbte, als im Kloster Völlerei und Willkür herrschte. Die vom Abt herbeigerufenen Truppen, wurden aber von der Bürgerschaft wehrhaft empfangen. Dabei wurde der Ritter Eberhard von Engern, der die Soldaten anführte, mit einem Armbrustschuss durch den Helm in den Kopf getötet. Dieser Helm ist im Original im Museum zu sehen und eine Nachbildung ist am Rathaus angebracht. Das Vitaliskreuz erinnert an dieses Ereignis.

Auch Martin Luther war in Hersfeld auf seinem Weg zurück von Worms und sprach in der Klosterkirche. Hersfeld war daraufhin von Anfang der Reformation an evangelisch.

Während des Siebenjährigen Krieges 1761 wurde die Stiftskirche, die als eine der größte romanischen Kirchen nördlich der Alpen gilt, und die meisten anderen Klostergebäude der ehemaligen Abtei zerstört.

Auch Napoleon wollte die Stadt plündern und durch Brand zerstören lassen. Der badische Oberstleutnant Johann Baptist Lingg, der in Diensten Napoleons stand und den Auftrag zur Zerstörung erhielt, verschonte jedoch die Stadt. Daran erinnert heute ein Denkmal am Rande des Marktplatzest und ein zentraler Platz ist nach Lingg benannt.

Rundgang:

Der gut 1 1/2-stündige Rundgang führte vom Marktplatz vorbei am Linggdenkmal, dem Doppelkreuz, das die Grenze zwischen kirchlicher und weltlicher Welt darstellt, zum Katharinenturm. Dort begegneten die Teilnehmer auch 2 bekannten Bürgern der Stadt: Konrad Duden, der Schulleiter in Hersfeld war, und Konrad Zuse, der in Hersfeld seine Firma betrieb. Nach dem Blick in die Stiftsruine ging es hinaus vor die Tore der Altstadt zum Vitaliskreuz, danach zurück in das Zentrum zur Stadtkirche, weiter zu den ältesten Fachwerkhäusern bis zum Rathaus.

Nach so viel Geschichte, Geschichten und Anekdoten hatte man ordentlich Kaffeedurst. Im Hotel am Kurpark kehrten man zur wohlverdienten Pause ein. Bevor es wieder nach Hause ging, war noch genügend Zeit, den Kurpark und die Kureinrichtungen auf eigene Faust zu erkunden.

Das abschließende Abendessen konnten alle wieder in Mackenzell im Goldenen Engel einnehmen, wo Diethelm und Jana wie gewohnt zügig und gut bedienten.

Nach Meinung aller Teilnehmer war es wieder eine schöne und unterhaltsame Fahrt. Pater Barzen dankte zum Schluss Lydia und Günter Kutzer dafür, dass sie wieder die Fahrt organisiert hatten und für einen reibungslosen Ablauf sorgten.

Fotos und Text: Günter + Lydia Kutzer

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