2018 Gold Priesterjub Pfr Dr Hilbert

Goldenes Priesterjubiläum Pfr. i.R. Dr. Alois Hilbert

Pfarrer Dr. Alois Hilbert feierte am Sonntag, den 14. Okt. 2018 sein Goldenes Priesterjubiläum in einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes d.T. in Mackenzell zusammen mit 7 Mitbrüdern.

Nach seiner Pensionierung Mitte Juni 2012 ging er im Alter von 75 Jahren in Pension und nahm mit seiner Haushälterin seinen Wohnsitz in Hünfeld-Mackenzell.

Die Priesterweihe war am 10. Okt. 1968 in der Basilika St. Ignazio in Rom, die Weihe erteilte der damalige Präfekt der Glaubens- congregation Kardinal Franziskus Seper. Die erste hl. Messe, Primiz feierte er am 11.10.1968 in der Kirche S. Clemente in Rom.

In der Predigt erinnerte er daran, dass der Beginn seines Studiums an der Pontificia Universitá Gregoriana und im Collegium Germanicum et Hungaricum mit dem Beginn des 2. Vatikanischen Konzils am 11. Okt. 1962 fast zusammenfiel. Die Studienzeit in Rom dauerte etwa 10 Jahre: 2 Jahre Philosophie, 4 Jahre Theologie, 3 Jahre Promotion.

Das Theologiestudium wurde, wie er sagte, in den Jahren vor meiner Priesterweihe wesentlich von dem geistigen Aufbruch des 2. Vat. Konzils – es wurde ja am 11. Okt. 1962 von Papst Johannes XXIII. eröffnet – geprägt. Eben dieser Papst hatte das Programm des ‚aggiornamento’ vorgegeben, was ja nicht heißt dem Zeitgeist hinterher zuhecheln, nicht billige Anpassung an den Zeitgeist, sondern unserer Zeit u. Welt mit der chr. Botschaft zu durchdringen, die Botschaft Jesu in das Heute, in unsere Zeit hinein verständlich zusagen: wissenschaftlich, kirchlich u. für die Menschen unserer Zeit.

„Nicht herrschen wollen wir über euch im Glauben, sondern mitarbeiten zu eurer Freude.“ Dieses Wort aus dem 2. Korinther-Brief (1,24) hat er vor 50 Jahren als Primizspruch ausgewählt und als Leitmotiv über sein Wirken gestellt. Als Seelsorger, in der Verkündigung, aber auch als Religionslehrer hat er sich, so betonte er, bemüht aufzuzeigen, dass der Glaube nicht in Zwänge und Unterdrückung, sondern zur Freude und zur wahren Freiheit ‚der Kinder Gottes’, zur Gemeinschaft mit ihm u. untereinander führen will.

„Eine Aussage des bedeutenden Theologen zur Zeit des 2. Vat. Konzils Karl Rahner war für mich immer sehr wichtig hilfreich u. habe diese gern anderen gesagt, die von ihren Zweifeln u. Anfechtungen im Glauben sprachen.

Nämlich eine kurze u. prägnante Aussage zum Glauben:

„Glauben heißt ein Leben lang die Unbegreiflichkeit Gottes auszuhalten.“ Der Satz steht übrigens auch im Gotteslob Nr. 380.

Vielleicht hat eine bestimmt Art der Glaubensunterweisung den Anschein erweckt, der Glaube lasse uns über alles Bescheid wissen u. gebe uns auf alle Fragen eine Antwort. Aber was uns der Glaube u. die damit verbundene Hoffnung geben können, sind der Mut u. die Kraft, Vertrauen u. Hoffnung, Fragen auszuhalten, auch u. vor allem auch in der Erfahrung von Leid. Die Unbegreiflichkeit Gottes auszuhalten hatten sicher auch große Heilige u. Kirchenlehrer wie der hl. Augustinus, denn so verstehe ich sein Wort: „Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben“ u. „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“

Überhaupt ging es ihm in seinem Wirken als Religionslehrer (über 10 Jahre lang hauptberuflich) und als Pfarrer und Dechant immer auch darum, Jugendliche und Erwachsene auch in Zweifeln und Anfechtungen zu begleiten und zu helfen. Er zitierte Kardinal Walter Kasper (Buch: Die Freude des Christen) und eine Aussage von dem russischen Schriftsteller Leo Tolstoi: „Wenn ein Wilder an seinen hölzernen Gott zu glauben aufhört, so heißt das noch lange nicht, dass Gott nicht ist, sondern nur dass er nicht aus Holz ist.“

Das Nachdenken über den Glauben und von Gott zu reden – das heißt ja ‚Theo-logie’ – können helfen zu einem tieferen und reiferen Glauben zu kommen.

Der Jubilar sagte weiter: „Dass ich auch heute noch Freude am geistlichen Amt habe und mich noch gesund und munter fühle, dafür danke ich zuerst Gott und unter anderem auch euch, der Pfarrgemeinde St. Johannes in Mackenzell und anderen Gemeinden in der Umgebung, wo ich hin und wieder die hl. Messe feiere. Der Kontakt mit ihnen u. anderen Gemeinden in der Umgebung tut mir gut und hoffentlich auch ihnen.“

Zum Schluss erinnerte er noch einmal an Papst Johannes XXIII. und sein oft zitiertes Wort: ringraziare e prendere coraggio – Danksagen und Mut fassen.

„Dazu möchte ich Euch u. Sie alle einladen: Für das Leben mit seinen Höhen u. Tiefen, für den Weg des Glaubens zu danken u. wieder neu Mut zu fassen u. Hoffnung im Vertrauen auf Gott zu schöpfen, Freude zu erfahren u. zu schenken.“

Text: Pfr. i.R. Dr. Alois Hilbert

Nachtrag:

Den feierlichen Gottesdienst verschönerte der örtliche Gesangverein, unter Leitung von Monika Meyer, mit Unterstützung einer Instrumentalgruppe, Leitung Stefan Meyer sowie zwei Sologesängen, vorgetragen von seiner Haushälterin Hannelore Dirnhofer.

Dankesworte und Würdigung für die Mithilfe im kirchlichen Dienst und die gute Integration im dörflichen Leben sprachen Pfr. Bernhard Merz, Hofaschenbach und der Sprecher des Pfarrgemeinderates, Stefan Meyer aus, die dem Jubilar zusammen mit dem Verwaltungsratsmitglied Eugen Roth die Glückwünsche der Gemeinde überbrachten.

Text Nachtrag und Fotos: Winfried Schön